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Aus dem Unterricht
Klasse 12 Deutsch

"Der zerbrochene Krug" is in the House

von Hetke · 03.06.2026

Am 09.02.2026 besucht das "Überall Theater" unsere, die Prinz von Homburg Schule.
Die drei Schauspieler führen das an die Moderne angelehnte Stück „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist auf.

Aus dem Jahre 1806 rührt der Ursprung des Theaters, das erstmals als eigentliche Lektüre verfasst wird. Was damals ein kleines Dorf in der Niederlande war, spielt in der heutigen Interpretation des Stückes in Russland.
Zu Beginn nimmt das Publikum einen zerstreuten und verwirrten Richter, namens Adam war. Dieser steckt in einem Bademantel und Hausschuhen, auffallen ist das Blut in seinem Gesicht, verursacht durch einen Sturz.
Eine Dame namens Frau Marthe Rull tritt dem Geschehen bei, um mit dem Richter in den Austausch über Dorftratsch zu kommen.
Der russische Gerichtsrat, typisch slavisch mit einer Fellmütze gekleidet, besucht den Richter Adam kurz nach dem Aufbruch Frau Marthes, ebenfalls.
Walter möchte die Richtigkeit der Umsetzung des geltenden Rechts kontrollieren und nimmt an der folgenden Gerichtsverhandlung teil. Das Publikum erlebt einen langen etwas chaotischen Verhandlungsprozess. Die Befragung der Beschuldigten bezieht die Zuschauer vollkommen mit ein, da zwei von ihnen selbst, schlagartig die Rolle von Ruprecht und Eve verkörpern.
Frau Marthe klagt über ihren zerbrochenen Krug, während das gesamte Gericht die Schuld des Schuldigen hin und her schiebt. Jener Krug ist in Eves Schlafzimmer zerbrochen, das schildert Frau Marthe Rull und sagt das Ruprecht der Täter der brüchigen Tat ist. Klarheit entsteht, als Walter den Angeklagten Ruprecht, alleinig befragt. Eve hat ihn betrogen, ein anderer Mann welcher bei ihr war, ist Schuld an seiner Wut. Richter Adam hadert, unzählige Monologe, Marthe und Eve beschuldigen weiterhin Ruprecht. Dieser überlegt wie viele Löcher ein T-Shirt hat. Nach einiger Zeit und dem unwissendem Publikum, gesteht Adam, nicht mehr so präsent wie zu Beginn, er ist der andere Mann.
Eine Entscheidung muss gefällt werden, gefällt werden vom Publikum! Augenscheinlich spürt das Publikum die Verwirrung, die Verwirrung des Theaterdarstellers über die zielführende Frage des Theaterstücks. Wer nun am Ende entlassen wird, heiratet um nicht an die Front zu müssen, kämpft und wer den Krug nun zerbrochen hat, das bleibt erstmals jedem Wahrnehmendem selbst überlassen.
Aus etwas altem etwas neues zu machen, verfolgt oftmals den Willen, aus etwas altem, etwas neues aufzugreifen und das neu aufgegriffene zu deuten oder thematisieren.
Das heutige Theaterstück, orientierte sich stark an der damaligen Sprache und im Grundkonzept an das geschriebene.
Für jemanden welcher die Lektüre bereits gelesen hat, öffneten sich gewiss neue Perspektiven oder Gedankengänge.
Jemand der unwissend in dem Saal gesessen hat, wurde wohl erstmals eher geschockt.
Die Art und Weise, wie vor allem der Protagonist auftritt und wie dieser fordert auch vom Publikum unterhalten zu werden, ist eher nicht die, mit welcher man bei einer Lektüre aus dem Jahre 1806 rechnet.
Meinen persönlichen Geschmack, hat das Überall Theater sehr getroffen, da diese Art der Präsentation, lange nicht so trist zu sein mag, wie ein gesittetes Theater. Das Literatur nicht langweilig oder eintönig sein muss, haben sie meiner Meinung nach mit diesem Theaterstück bewiesen, denn ein Theater sollte sowohl belehren als auch unterhalten.
Kunst jedoch, liegt stets im Auge des Betrachters, daher könnte diese Art des Spielens anderen gegenüber auch etwas skurril oder belagernd vorkommen. Der Kontakt zum Publikum sollte also nur soweit gesucht werden, wie dieses es zulässt.
Aus etwas altem etwas neues zu machen, verfolgt oftmals den Willen, aus etwas altem, etwas neues aufzugreifen und das neu aufgegriffene zu deuten oder thematisieren.
Diesen Satz habe ich bereits aufgeführt, jedoch wurde mir nun noch nicht klar, was die eigentliche Interpretation der Schauspieler über ihr Stück ist. Ist es dass neue in der Präsentierweise, des offenen Endes oder des Standortes. Wollten sie überhaupt etwas neues interpretieren?
Diese offene Frage meinerseits, ist nun wohl das letzte was mir zu kritisieren bleibt.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, das Menschen die offen für improvisations- und interaktives Theater sind, ihre Freude-Überall finden. Personen welche das eher abschreckt, sollten in ein übliches Theater, mit Hemd und Anzugshose und nicht mit T-Shirt und Jeans.