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Kursangebote

Struktur / Kursarten:

Die gymnasiale Oberstufe an Gesamtschulen und Beruflichen Gymnasien besteht weiterhin aus einer Einführungsphase (Jahrgangsstufe 11) und einer Qualifikationsphase (Jahrgangsstufen 12 und 13), an deren Ende die Abiturprüfung steht.  An Gymnasien ist bereits die Jahrgangsstufe 10 die Einführungsphase (und gleichzeitig das letzte Jahr der Sekundarstufe I), und die Jahrgangsstufen 11 und 12 bilden die Qualifikationsphase.

 


Neu ist, dass künftig ab dem zweiten Halbjahr der Einführungsphase an Gesamtschulen und Beruflichen Gymnasien fünf Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau mit jeweils vier Unterrichtsstunden pro Woche belegt werden. Die übrigen Fächer werden auf so genanntem grundlegendem Anforderungsniveau mit - je nach Fach - zwei bis vier Unterrichtsstunden pro Woche belegt. Daraus ergibt sich die folgende Belegstruktur in der Einführungsphase an Gesamtschulen:

 

Belegverpflichtungen/Unterrichtsorganisation in der Einführungsphase an Gesamtschulen



1. Halbjahr - 11/1
Verpflichtende Fächer
1
DE
4
Deutsch
2
MA
4
Mathematik
3
FFS
4
eine fortgeführte Fremdsprache
4
NW (Bio, Ch, Ph)
2
Naturwissenschaft
5
NW/T/I
2
Wahl nach Angebot der Schule
6
GE
2
Geschichte
7
GW
2
Wahl nach Angebot der Schule
8
FS (ggf. neu)
3 / 4
Wahl nach Angebot der Schule
9
KU/MU/DS
2
Wahl nach Angebot der Schule
10
Sport
3
 

Wahlfach
11
Intensivierungskurs
2 (-4)
Mit Bezug auf ein Fach oder auf Lernstrategien
12
Ggf. weiteres Fach
2
Wahl nach Angebot der Schule
Belegung
32 / 33

2. Halbjahr - 11/2
Verpflichtende Fächer – 11/2 – vierstündige Fächer auf erhöhtem Niveau
1
DE
4
Deutsch
2
MA
4
Mathematik
3
FFS
4
eine fortgeführte Fremdsprache
4
NW (Bio, Ch, Ph)
4
eine Naturwissenschaft
5
Wahlfach
4
Wahl im Rahmen des Angebots der Schule

Grundlegendes Anforderungsniveau
6
FS (ggf. neu)
3 / 4
Für das unter 5 gewählte Fach (Fächergruppe) entfällt hier die Belegpflicht. Sofern unter 5 kein Fach aus dem gesellschaftswiss. Aufgabenfeld gewählt wird, besteht hier die Belegpflicht für Geschichte und ein weiteres gesellschaftswiss. Fach  (2stündig)
Eine neu einsetzende Fremdsprache muss mit 4 Stunden belegt werden.
7
NW/T/I
2
8
KU/MU/DS
2

9

Geschichte

2

GW
10
Sport
3
 
 
Belegung
32/33/31


Wahlfach
11
Weiteres Fach oder Intensivierungskurs
2
Wahl nach Angebot der Schule oder  Ausgleich unterschiedlicher Ausgangsniveaus



Grundsätzlich gibt die neue Verordnung den Schülerinnen und Schülern eine umfänglichere Belegverpflichtung im Vergleich mit früheren Verordnungen vor. Die verbindliche Belegung der „Kernfächer“ Deutsch, Mathematik und der Fremdsprachen soll ein solides Fundament in den unabdingbaren Kernkompetenzen für ein Studium oder eine andere hochwertige Berufsausbildung schaffen. Gleichzeitig wird der mathematisch naturwissenschaftlich-technische Bereich gestärkt, indem Mathematik und eine Naturwissenschaft auf erhöhtem Anforderungsniveau und eine weitere Naturwissenschaft oder ein anderes Fach dieses Aufgabenfeldes (z. B. Informatik oder ein technisches Fach) belegt werden müssen.

 

Auf erhöhtem Anforderungsniveau müssen

 

  • das Fach Deutsch
  • das Fach Mathematik
  • eine aus der Sekundarstufe I fortgeführte Fremdsprache
  • eine Naturwissenschaft (Biologie oder Chemie oder Physik) und
  • ein Fach nach Wahl der Schülerin/des Schülers aus dem Kursangebot der Schule



belegt werden.

 

Auf grundlegendem Anforderungsniveau sind folgende Fächer zu belegen:

 

  • eine weitere Fremdsprache (drei Wochenstunden)¹
  • ein naturwissenschaftliches oder ein technisches Fach oder Informatik (zwei Wochenstunden)
  • ein Fach aus dem Bereich Kunst, Musik und Darstellendes Spiel (zwei Wochenstunden)
  • Geschichte (zwei Wochenstunden)
  • ein weiteres gesellschaftswissenschaftliches Fach (zwei Wochenstunden)
  • Sport (drei Wochenstunden)²

 

Falls eines dieser Fächer bereits als Wahlfach auf erhöhtem Anforderungsniveau belegt wurde, entfällt die Belegpflicht dafür auf dem grundlegenden Anforderungsniveau.

 

Im Rahmen dieser umfänglicheren Belegverpflichtung haben die Schülerinnen und Schüler auch weiterhin wichtige Wahlmöglichkeiten: Es wird nicht vorgeschrieben, welche Fremdsprache, welches gesellschaftswissenschaftliche Fach neben Geschichte, welche Naturwissenschaft und welches weitere Fach neben Mathematik und der auf erhöhtem Niveau gewählten Naturwissenschaft zu belegen sind. Gleiches gilt im Grundsatz für die Wahl zwischen Kunst, Musik oder Darstellendem Spiel. Eine besondere Möglichkeit der individuellen Profilierung bietet das fünfte Fach, das auf erhöhtem Anforderungsniveau zu belegen ist. Hier haben die Schülerinnen und Schüler die Wahl, aus dem Angebot ihrer Schule nach ihren individuellen Stärken und Neigungen ein Fach zu belegen. So bleiben noch genügend Spielräume für individuelle Begabungen und Wünsche, so dass bei einer breiten allgemeinen Bildung eine individualisierte Ausrichtung einer Schülerlaufbahn im Hinblick auf die eigenen Stärken und auf einen Berufs- oder Studienwunsch möglich ist. ¹) Eine in der Einführungsphase neu einsetzende Fremdsprache umfasst vier Wochenstunden ²) Nur an Schulen mit der besonderen Prägung Sport (Spezialschulen Sport, Schulen mit einer Spezialklasse Sport) kann Sport auch auf erhöhtem Anforderungsniveau angeboten werden.



Abiturfächer

 

Wie bisher umfasst die Abiturprüfung drei schriftliche Prüfungen und eine mündliche Prüfung. Und wie bisher muss aus jedem der drei Aufgabenfelder in der gymnasialen Oberstufe ein Prüfungsfach gewählt werden. Neu ist, dass die drei schriftlichen Prüfungsfächer nur aus den Fächern auf erhöhtem Anforderungsniveau auszuwählen sind. Darunter müssen sich zwei der Fächer Deutsch, Mathematik oder die fortgeführte Fremdsprache befinden. Das mündliche Prüfungsfach wird aus den Fächern auf grundlegendem Anforderungsniveau ausgewählt. Es muss seit der Einführungsphase belegt sein.

 

Eine Besondere Lernleistung kann zusätzlich als fünfte freiwillige Abiturprüfung gewählt werden. Damit kann im Rahmen der Abiturprüfung ein Aufgabenfeld abgedeckt werden.

 

Intensivierungskurs  und Seminarkurs:

 

Diese beiden Kurse sind neu. Sie sollen neben der fachbezogenen Ausbildung in der gymnasialen Oberstufe das „individuelle Handwerkszeug“ bereit stellen, das eine Schülerin/ein Schüler benötigt, um erfolgreich lernen und später studieren bzw. die eigene Berufswahl treffen zu können.

 

Der Intensivierungskurs soll in der Einführungsphase an Gesamtschulen und im Beruflichen Gymnasium dazu dienen, die unterschiedlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler, die möglicherweise von verschiedenen Schulen kommen, auszugleichen. Gleichzeitig dient er der fachlichen, fachübergreifenden oder fächerverbindenden Vertiefung in einem oder mehreren Unterrichtsfächern. Der Intensivierungskurs wird nicht benotet, damit sich Schülerinnen und Schüler ohne Druck gründlich auf die Qualifikationsphase vorbereiten können.

 


Der Seminarkurs in der Qualifikationsphase dient neben der fachlichen und fächerübergreifenden Vertiefung insbesondere dem verstärkten Aufbau wissenschaftspropädeutischer Kompetenz, d. h. der Vorbereitung auf ein Studium, oder der Studien- und Berufsorientierung. Im Seminarkurs wird auch eine schriftliche Arbeit angefertigt und präsentiert, und der Seminarkurs wird benotet. Diese Noten können in die Gesamtqualifikation eingebracht werden, d. h., sie zählen bei der Errechnung der Abiturdurchschnittsnote mit. Damit das Angebot für den Seminarkurs in den Schulen gründlich vorbereitet und geplant werden kann, muss erst spätestens nach einer Übergangszeit von zwei Jahren, also ab dem Schuljahr 2014/2015 der Seminarkurs an allen gymnasialen Oberstufen angeboten werden. Ausgenommen hiervon sind nur Schulen mit einem berufsorientierten Schwerpunkt, die den Seminarkurs für ein Schuljahr durch ein anderes Fach ersetzen dürfen.

 

Mündliche Leistungsfeststellung in der Fremdsprache:

 

In einer immer internationaler werdenden Arbeitswelt und einer Hochschullandschaft, die auch zunehmend global vernetzt ist, kommt der Beherrschung von Fremdsprachen eine immer größere Bedeutung zu. Studentinnen und Studenten haben die Möglichkeit, Auslandssemester zu absolvieren, haben Kontakte mit Studierenden aus aller Welt an ihrer heimischen Hochschule und finden Fachliteratur häufig (ausschließlich) in englischer Sprache vor. Unsere exportorientierte Volkswirtschaft lebt von Geschäftskontakten in alle Welt, und in vielen Berufen hat man auch im Inland Kontakt mit fremdsprachigen Kunden, Kollegen und Gästen. Im Fremdsprachenunterricht an der Schule hat neben der grundlegenden Beherrschung von Grammatik, Syntax und Wortschatz die mündliche Kommunikation - also das Hörverstehen und Sprechen - eine besondere Bedeutung. Deshalb wird es künftig eine aus dem Unterrichtsgeschehen herausgehobene Leistungsfeststellung geben, in der es in der auf erhöhtem Anforderungsniveau belegten Fremdsprache ausschließlich um die mündliche Kommunikation in der Gruppe gehen wird.